Hilfe bei Blockaden - Unterwegs mit dem TCS-Pannendienst

pannenbild.jpgSeine Arbeit verlangt mehr als handwerkliches Geschick: Reto Blättler fährt für den Touring Club Schweiz TCS von Panne zu Panne.

Frau Spirgi ist blockiert. Ihr Toyota-Familienwagen springt nicht an. Für wenige Minuten hat sie das Auto in einer Hergiswiler Nebenstrasse abgestellt und auf die Tochter gewartet. Jetzt lässt sich der Motor nicht mehr starten. Frau Spirgi weiss: Ihr Sohn ist auf dem Heimweg, einen Haustürschlüssel hat er nicht. Sie ist unruhig: „So etwas passiert immer, wenn mein Mann nicht hier ist.“

Handwerk und Menschenkenntnis

Reto Blättler kümmert sich um Menschen und ihren blockierten Fahrzeugen. Seit fünf Jahren fährt er für den TCS-Pannendienst. Neben handwerklichem Können brauche es für diesen Job auch Menschenkenntnisse. „Manchmal ist das Problem schon gelöst, wenn man die Leute beruhigt hat“, sagt er.
Auf dem Weg zum Pannenort zeigt das Display in seinem Wagen erste Informationen. „Startet nicht“, steht da. „Ich nehme an, es ist die Batterie“, meint der gelernte Automechaniker. Ein häufiges Problem bei Kälte.
In den Lüftungsschlitzen über dem Informationsdisplay klemmt ein Foto. Es zeigt zwei kleine Mädchen. „Meine Töchter sind total süss“, sagt der 30-jährige Familienvater. Leise tönt Radio Sunshine aus den Lautsprechern. Bei Verkehrsmeldungen dreht Blättler den Ton lauter.

„Ihren Job möchte ich nicht haben“

Frau Spirgi atmet auf, als der leuchtend gelbe TCS-Wagen vorfährt. So reagieren die meisten Kunden, sagt Reto Blättler: „Man ist der gelbe Engel.“. Wenn er unterwegs sei, würden ihm manchmal Leute zuwinken. Es passiere, dass er spontan zum Kaffee eingeladen werde.
Was für andere der Schreibtisch im Büro, ist für Blättler das Fahrzeug der Pannenhilfe. „Es ist mein Auto. Ich habe es so eingeräumt, wie es mir passt“, sagt er. Alles hier hat seinen Platz. Der Kombi ist dicht gepackt. Werkzeuge, Ersatzteile, Kanister – Reto Blättler weiss, wo er was findet.
Die Temperaturen an diesem Novemberabend liegen um die Null-Grad-Grenze. Als sich der TCS-Mechaniker in seinem gelb-grauen Arbeitsanzug über die geöffnete Kühlerhaube von Familie Spirgis Auto beugt, setzt leichter Schneefall ein. „Ihren Job möchte ich nicht haben“, sagt Frau Spirgi. „Bei diesem Wetter ist die Arbeit nicht so schön“, gibt Blätter zurück.

Touristen – eine Herausforderung

Laut dem Pannenhelfer ist im Sommer noch mehr los als im Winter. Dann fahren die Touristen durch die Zentralschweiz. Eine Panne nach der anderen. Sich mit Durchreisenden zu verständigen, die kein Deutsch können – das sei eine Herausforderung. Über Funk könne zwar ein Übersetzer zugeschaltet werden. Das koste aber viel Zeit.
Bei Familie Spirigs Kombi bestätigt sich Blättlers Ferndiagnose. Die Batterie wird ersetzt. 210 Franken macht das – ein Betrag, den Frau Spirgi nicht bei sich hat. Nach geglückter Reparatur fährt man gemeinsam zum Geldautomaten. „Sie sind aber ein Netter“, sagt Frau Spirgi.
Auf dem Display im TCS-Auto erscheint die nächste Meldung: In Emmenbrücke tut Herr Müllers Renault keinen Wank mehr.

Bild: © Claudia Hautumm / PIXELIO - www.pixelio.de

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